PROJEKTENTWICKLUNG | HELDIN | SCHWARZWALDMÄDEL | SAME SUN | MINIONS & MONSTERS | LADIES NIGHT (ZINSER) | AUSBLICK
ein film ist manchmal erst der anfang
Manchmal beginnt ein Projekt mit einem Film. Manchmal mit einem Gespräch, einer Begegnung oder einer Idee, die plötzlich im Kopf ist und nicht mehr verschwinden will.
Dann fange ich an, Fragen zu stellen: Für wen könnte das interessant sein? Wen könnte ich dafür begeistern? Welche Menschen, Vereine oder Unternehmen passen dazu? Und was braucht es, damit aus einer Filmvorstellung ein besonderer Abend wird?
Ich mag es, Menschen zusammenzubringen, Verbindungen herzustellen und gemeinsam etwas entstehen zu lassen. Dabei gibt es für mich kein festes Rezept. Jedes Projekt ist anders. Mal geht es um ein gesellschaftliches Thema, mal um unsere Region, um Kultur, Familien oder einfach darum, gemeinsam einen richtig schönen Abend zu haben.
Was sie verbindet, ist meine Art zu arbeiten: Ich habe eine Idee, suche die richtigen Menschen dafür und entwickle sie gemeinsam mit ihnen weiter.
Auf dieser Seite möchte ich einige dieser Projekte erzählen – nicht nur, was am Ende dabei herausgekommen ist, sondern auch, wie sie entstanden sind.
Projektentwicklung:
→ Impuls → Netzwerkaufbau → Konzeptentwicklung → Partnergewinnung → Zielgruppenstrategie → Projektorganisation → PR / Öffentlichkeitsarbeit → Umsetzung
Die Projekte auf dieser Seite sind nur einige Beispiele dafür, wie ich Ideen entwickle, Netzwerke aufbaue und aus ersten Gedanken gemeinsame Erlebnisse entstehen lasse.
Zum Abschluss möchte ich noch zwei Herzensprojekte vorstellen, die bisher nur als Ideen und in meinem Kopf existieren – die ich aber, wenn Zeit und Gelegenheit es zulassen, unbedingt noch Wirklichkeit werden lassen möchte. Ideen gibt es genug. Zeit dafür weniger – schließlich gibt es da noch ein Kino zu leiten. Und die meisten Projekte entwickeln sich eben erst so richtig nach Feierabend.
heldin – gemeinsam für die Pflege

idee
Die Idee zu diesem Abend entstand auf der Münchner Filmwoche. Dort sah ich zum ersten Mal den Trailer zu „Heldin“.
Während ich ihn anschaute, dachte ich an die Jahre, in denen meine Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt wurde – und an all die Menschen, die in dieser Zeit für sie da waren.
Für mich stand schnell fest: Wenn wir diesen Film zeigen, möchte ich nicht einfach nur eine Vorstellung daraus machen. Ich möchte für einen Abend die Pflege in den Mittelpunkt rücken.
Wenn meine Mutter noch leben würde, würde sie ‚Danke‚ sagen…. .
Netzwerkpartner
Einer meiner ersten Anrufe ging an Jonas Kenk vom Pflege Centrum KENK wo meine Mutter 10 Jahre lang gelebt hat. Ich erzählte ihm von meiner Idee und fragte ihn, ob er mir dabei helfen würde.
Seine Antwort gab dem Projekt eine neue Richtung: Das Thema sei viel größer. Wenn wir es richtig angehen wollten, müssten wir weitere Menschen und Einrichtungen dazuholen.
Aus meiner ersten Idee wurde damit ein gemeinsamer Ausgangspunkt.
Konzeptentwicklung
Was zunächst als besonderer Filmabend gedacht war, entwickelte sich weiter. Der Film sollte nicht nur über Pflege erzählen, sondern die Menschen, die Pflege in unserer Region jeden Tag leisten, sollten selbst sichtbar werden.
Daraus entstand die Idee, unser Kinofoyer vor der Vorstellung in eine kleine Pflegemesse zu verwandeln. Einrichtungen sollten sich präsentieren, miteinander und mit unseren Gästen ins Gespräch kommen und zeigen können, wie vielfältig Pflege und die Berufe dahinter sind.
Der Film blieb der Anlass. Aber das Thema wurde größer als der Film.
Partner & Kontakte
Jonas stellte mir Kontakte zu den Pflegeeinrichtungen unserer Region und den jeweiligen Ansprechpartnern zur Verfügung und erzählte auch der damaligen Baden-Württembergischen Justizministerin von unserem Vorhaben.
Von dort an übernahm ich die weitere Kommunikation und Koordination. Ich nahm Kontakt zu den Einrichtungen und der Justizministerin auf, brachte die verschiedenen Beteiligten zusammen und entwickelte den Abend Schritt für Schritt weiter.
Gleichzeitig überlegte ich, welche Menschen wir darüber hinaus ansprechen sollten.
Zielgruppen
Denn für mich gehörten zu diesem Abend nicht ausschließlich Menschen, die bereits in der Pflege arbeiten.
Ich wollte auch diejenigen erreichen, die politische und gesellschaftliche Verantwortung tragen – ebenso wie Menschen, die vielleicht gerade erst überlegen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten.
Deshalb lud ich unter anderem den Oberbürgermeister, Stadt- und Beiräte sowie Jugendliche auf Jobsuche ein.
So trafen an diesem Abend Menschen aufeinander, die Pflege aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben.
Organisation
Mit jedem neuen Beteiligten wurden auch die organisatorischen Fäden mehr.
Ich koordinierte die Kommunikation, plante gemeinsam mit den Beteiligten den Ablauf, organisierte die Pflegemesse im Foyer und kümmerte mich darum, dass aus den vielen einzelnen Bausteinen am Ende ein gemeinsamer Abend wurde: Tische für die Messestände mussten organisiert und ausgeliehen werden, zusätzliches Werbematerial beim Filmverleih angefragt und das Foyer mit Postern, Bannern und Aufstellern gestaltet werden. Bei zehn beteiligten Pflegeeinrichtungen, Gästen aus der Politik, einem professionellen Moderator und Sponsoren liefen dabei viele Fäden zusammen. Zahlreiche Telefonate, E-Mails und persönliche Gespräche waren nötig, um aus all diesen Beteiligten und Ideen schließlich eine gemeinsame Veranstaltung zu machen.
Für die Gespräche konnten wir Stefan Meyer als Moderator gewinnen. Er führte gemeinsam mit mir und den Vertreterinnen und Vertretern der Pflegeeinrichtungen durch den Abend.
PR & Öffentlichkeitsarbeit
Ein Projekt wie dieses sollte für mich nicht erst an der Kinotür beginnen.
Ich kümmerte mich um die begleitende Öffentlichkeitsarbeit, sprach die Presse an und stellte den beteiligten Einrichtungen Poster und Flyer zur Verfügung, damit sie die Veranstaltung auch an ihren Standorten und über ihre eigenen Netzwerke bewerben konnten.
Als Medienpartner und Sponsor unterstützte uns HITRADIO OHR. In der Woche vor der Veranstaltung liefen 20 Radiospots, zusätzlich wurde der Abend auf der Website des Senders und über dessen Social-Media-Kanäle angekündigt. Auch am Veranstaltungsabend selbst war diese Unterstützung sichtbar: Auf der Begrüßungsgrafik im Kinosaal wurde HITRADIO OHR mit Logo als Unterstützer ausgewiesen.
So griffen klassische Pressearbeit, die Reichweite unserer Projektpartner, Social Media und lokales Radiosponsoring ineinander.
Denn wenn man Menschen für ein Thema zusammenbringen möchte, muss man sie zuerst erreichen.

Umsetzung
Am Veranstaltungstag wurde aus all den Gesprächen, Kontakten und Planungen schließlich Realität.
Unser Foyer verwandelte sich in eine Pflegemesse. Einrichtungen aus der Region kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Stefan Meyer moderierte den Abend und führte durch die Gespräche. Die Justizministerin Marion Gentges hielt eine Ansprache, ebenso der Oberbürgermeister Markus Ibert.
Und dann, nach all den Begegnungen und Gesprächen, gingen die Lichter im Kinosaal aus.
„Heldin“ begann.
Aus einem Trailer auf der Filmwoche und einem ersten Gedanken war ein Abend entstanden, an dem die Pflege nicht nur Thema eines Films war.
Sie stand selbst im Mittelpunkt.


© Endrik Baublies
Schwarzwaldmädel – Heimatfilm wird Heimatabend
„Schwarzwaldmädel“ war mein erstes großes Projekt als Theaterleiterin.

Mehr gibt es auf YouTube zu sehen. Auch die Filmgespräche sind dort zu sehen und das Blasorchester und den vollen Kinosaal: Schwarzwaldmädel YouTube
Idee
Die ursprüngliche Idee kam vom Schwarzwaldverein: Im Rahmen einer Filmreihe sollte unter anderem der Heimatfilmklassiker „Schwarzwaldmädel“ gezeigt werden.
Für mich kam diese Anfrage genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich hatte gerade den ersten Zyklus meiner Weiterbildung zum Filmtheatermanager abgeschlossen und mich dort intensiv mit Marketing, Filmerbe und der Geschichte unserer Filmwirtschaft beschäftigt. Jetzt hatte ich plötzlich die Gelegenheit, vieles davon zum ersten Mal praktisch anzuwenden.
Und dieser Film bot dafür weit mehr als nur einen Programmpunkt.
Ich wollte den Abend nutzen, um als Kinobotschafter etwas von der Geschichte unserer Filmwirtschaft, der Bedeutung des Kinos und der besonderen Rolle des Heimatfilms zu vermitteln – und gleichzeitig das feiern, was unmittelbar vor unserer eigenen Kinotür liegt: den Schwarzwald.
Der Schwarzwaldverein gab mir die Freiheit, rund um den Film ein eigenes Rahmenprogramm zu entwickeln.
Also fing ich an.
Netzwerkpartner
Sehr schnell wusste ich, wen ich für diese Idee anrufen wollte: Uwe Baumann.
Ich kannte ihn als Moderator und wusste um sein großes Wissen über die Geschichte und Kultur unserer Region. Gleichzeitig war er Initiator des „Kosmos Schwarzwald“, eines Raumes, der sich mit dem Lebensgefühl und der Identität des Schwarzwaldes beschäftigt.
Einen passenderen ersten Mitstreiter konnte ich mir kaum vorstellen.
Ich erzählte Uwe von meiner Vorstellung: Unser Foyer sollte zu einer kleinen Schwarzwald-Galerie werden – mit Bildern, Bollenhut, Kuckucksuhren, der Schwarzwaldmarie und vielen weiteren Dingen, die mit unserer Region verbunden sind. Dazu eine Sektbar mit regionalem Sekt und einer alkoholfreien Alternative. Vor dem Film wollte ich gemeinsam mit Uwe auf der Bühne über den Schwarzwald, den Film und seine Geschichte sprechen.
Uwe war sofort dabei.
Konzeptentwicklung
Gemeinsam stellten wir unsere Pläne Andreas Kaufmann, dem Vorsitzenden des Schwarzwaldvereins, vor.
Und dann passierte etwas, das ich heute noch an Projektarbeit liebe: Jemand hört eine Idee – und setzt noch eine obendrauf.
Andreas schlug vor, ein Blasorchester vor dem Kino spielen zu lassen. Nicht nur das: Die Musiker sollten unsere Gäste anschließend mit einer Polonaise durch das Kino bis in den Kinosaal begleiten.
Und wenn man einen Heimatfilm mitten im Schwarzwald feiert, konnte dafür eigentlich nur eine Kapelle infrage kommen: die Trachtenkapelle Schuttertal.
Aus einer Filmvorstellung war endgültig ein ganzer Schwarzwaldabend geworden.

Partner & Kontakte
Während Uwe und ich weitere Unterstützer suchten, geschah etwas, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Uwe fand einen ganz besonderen Überraschungsgast: Wolfgang Miessmer (zu dieser Zeit 89-Jährig)
Er hatte als Schüler des Freiburger Gymnasialkonvikts selbst bei „Schwarzwaldmädel“ mitgewirkt. Als Chorknabe war er in der Hochzeitsszene zu sehen und sang mit dem Chor das „Sancta Cäcilia“.
Plötzlich hatten wir bei einem Film, dessen Entstehung Jahrzehnte zurücklag, einen Menschen auf unserer Kinobühne, der tatsächlich dabei gewesen war.
Jackpot.
Denn Filmgeschichte war damit nicht mehr nur etwas, über das wir erzählen konnten. Sie saß plötzlich bei uns im Kino und konnte selbst davon berichten.
Zielgruppen
Nun musste ich die Menschen finden, für die wir diesen Abend machten.
Und hier begann ich bereits nach einem Prinzip zu arbeiten, das meine späteren Projekte immer stärker prägen sollte: Nicht darauf warten, dass eine Zielgruppe einen Film findet – sondern überlegen, wo diese Menschen bereits sind.
Also ging ich hinaus.
Ich sprach gezielt Menschen an, die alt genug waren, um eigene Erinnerungen an „Schwarzwaldmädel“ und die große Zeit der Heimatfilme zu haben. Gleichzeitig kontaktierte ich Vereine, Organisationen und Einrichtungen aus der Region, die sich mit Wandern, Natur, Ausflügen, Heimat und Landschaft beschäftigten.
Sie wurden zu Multiplikatoren und trugen die Veranstaltung wiederum in ihre eigenen Netzwerke.
Meine Flyer dafür?
Sagen wir es so: Gestalterisch war noch deutlich Luft nach oben.
Ich hatte das Wissen über Marketing gerade erst angefangen praktisch anzuwenden und noch längst nicht das gestalterische Know-how, das ich mir später aneignete. Aber irgendwo muss man anfangen.
Und ich lernte dabei etwas, das meine Arbeit bis heute prägt: Ich eigne mir Fähigkeiten gerne selbst an. Gerade im Marketing können Timing und Geschwindigkeit entscheidend sein. Eine Gelegenheit, die heute da ist, kann zehn Tage später bereits vorbei sein. Deshalb möchte ich eine Idee möglichst weit selbst vorantreiben können, statt bei jedem einzelnen Schritt auf andere angewiesen zu sein.
Gutes Marketing bedeutet für mich auch, den richtigen Moment zu erkennen – und ihn zu nutzen, solange er da ist.
Organisation
Je größer die Idee wurde, desto mehr musste zusammengeführt werden.
Ich koordinierte die verschiedenen Beteiligten und kümmerte mich gemeinsam mit Uwe um die Ausstattung der Veranstaltung.
Dafür fuhr ich mit ihm in seine Räume und wir suchten die Stücke für unsere Ausstellung aus. Behutsam nahmen wir die teilweise kostbaren Exponate in die Hand und entschieden, was später unser Kinofoyer in eine kleine Schwarzwaldwelt verwandeln sollte.
Auch die Bar wurde Teil des Konzepts: Bollenhüte, Tannenzapfen und natürlich Tannenzweige sorgten für die passende Atmosphäre. Ausgeschenkt wurden Sekt und alkoholfreier Traubensecco vom Gräflich Wolff Metternich’schen Weingut.
Nach und nach griff alles ineinander: Ausstellung, regionale Produkte, Musik, Filmgeschichte und Menschen aus der Region.
PR & Öffentlichkeitsarbeit
Jetzt fehlte noch eine wichtige Partnerin: die lokale Presse.
Ich schrieb die Zeitung an, stellte unsere Idee vor und machte darauf aufmerksam, dass hier nicht einfach eine weitere Filmvorstellung geplant war.
Das Interesse war geweckt.
Bereits im Vorfeld wurde Uwe interviewt und konnte erzählen, was unsere Besucherinnen und Besucher an diesem Abend erwarten würde.
Und die Geschichte endete nicht mit der Ankündigung: Nach der Veranstaltung berichtete dieselbe Zeitung noch einmal ausführlich über den Abend.
Damit erreichte das Projekt auch Menschen, die selbst gar nicht dabei gewesen waren.
Umsetzung
Und dann kam der Abend, an dem aus all den einzelnen Ideen tatsächlich ein Ganzes wurde.
Das 22-köpfige Blasorchester spielte zunächst rund eine Stunde vor dem Kino. Musik erfüllte den Platz und zog die Aufmerksamkeit auf unser Haus.
Dann setzte sich die Kapelle in Bewegung.
Sie führte unsere Gäste durch das Foyer, die Treppen hinauf bis in den zweiten Stock und schließlich in den Kinosaal. Und während die Menschen ihre Plätze einnahmen, wurde einfach weitergespielt.
Viele kannten die alten Lieder. Sie sangen mit, lächelten und gingen mit der Musik gemeinsam in den Saal.
Nach dem letzten Stück gab es großen Applaus.
Und dann holte der Vorsitzende der Kapelle eine große Flasche Kirschwasser hervor und schenkte aus – an die Gäste und auch an mich.
Genau das, was ich vor meinem Auftritt noch gebraucht hatte.
Danach ging es auf die Bühne: Uwe moderierte, wir sprachen über den Schwarzwald und die Geschichte des Films, die Bedeutung der Filmwirtschaft und Kinos in dieser Zeit und auch heute noch – und mit Wolfgang Miessmer saß plötzlich ein Stück dieser Filmgeschichte direkt neben uns.
Dann wurde es dunkel.
Und „Schwarzwaldmädel“ begann. https://www.youtube.com/watch?v=KO927D9zxzg
Same Sun – Wenn Begeisterung ansteckend wird

Idee
Bei „Same Sun“ war etwas anders als bei vielen meiner anderen Projekte: Die Idee kam nicht von mir.
Mit Radreisen habe ich nichts am Hut. Fahrradfahren gehört nicht zu meinen Leidenschaften und ich hätte vermutlich nicht von mir aus nach einem Film über eine Fahrradreise von Freiburg bis ans Kap der Guten Hoffnung gesucht.
Stattdessen klingelte mein Telefon.
Der Filmverleih fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, rund um „Same Sun“ und den Besuch von Wiebke Lühmann eine Veranstaltung zu entwickeln. Mittlerweile hatte sich in der Branche herumgesprochen, dass ich offen für Herausforderungen bin und gerne aus einer Filmvorstellung mehr mache.
Und vielleicht war gerade meine Distanz zum eigentlichen Thema gar kein Nachteil.
Denn ich musste mich von Anfang an fragen: Wenn dieser Film sogar jemanden wie mich erreichen soll – was steckt dann eigentlich noch alles in dieser Geschichte?
Netzwerkpartner
Die erste Zielgruppe lag natürlich auf der Hand: Menschen, die Fahrrad fahren und Radreisen lieben.
Also begann ich dort, wo diese Menschen bereits organisiert und miteinander verbunden waren. Der ADFC Ortenau gehörte ebenso dazu wie Fahrrad Schulze, der größte Lokale Fahrradshop.
Aber dabei wollte ich es nicht belassen.
Denn je mehr ich mich mit Wiebkes Geschichte beschäftigte, desto deutlicher wurde: Das Fahrrad ist zwar das Fortbewegungsmittel ihrer Reise – aber nicht zwangsläufig der einzige Grund, warum man diesen Film sehen möchte.
Konzeptentwicklung
Damit wurde für mich aus einem vermeintlichen Fahrradfilm eine viel größere Geschichte.
Es ging um Aufbruch und Abenteuer. Um Natur. Um Begegnungen. Um den Mut, sich auf den Weg zu machen. Und um die Frage, was passiert, wenn man seine gewohnte Umgebung verlässt und einfach losfährt.
Plötzlich entstanden ganz andere Anknüpfungspunkte.
Der Schwarzwaldverein passte zu Natur, Landschaft und Unterwegssein. Der Seniorenbeirat eröffnete einen weiteren Zugang und erreichte wiederum Menschen, die ich über klassische Fahrradkommunikation vermutlich überhaupt nicht erreicht hätte.
So entstand ein Netzwerk aus Partnern, deren Zielgruppen sich teilweise überschnitten – teilweise aber auch überhaupt nicht.
Und genau das machte es interessant.
Damit möchte ich kurz die Frage der Autorin Svenja Schrade von Biketouri beantworten, die an diesem Abend auch im ausverkauften Kinosaal saß und ihre Überraschung über das Publikum beschrieb. Sie stellte in ihrer Filmkritik die Frage sinngemäß: „Wer ist eigentlich die Zielgruppe für so einen Film?“
Zielgruppen
„Same Sun“ hat mir noch einmal sehr deutlich gezeigt, dass Zielgruppen nicht immer so eindeutig sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.
Natürlich kamen Menschen, die Fahrrad fahren, reisen oder gerne draußen unterwegs sind.
Aber es kamen auch Menschen, denen es genau wie mir ging: Fahrradfahren war überhaupt nicht ihr Thema.
Sie kamen trotzdem.
Nicht unbedingt, weil sie sich plötzlich für Radreisen interessierten, sondern weil sie mitbekommen hatten, dass an diesem Abend etwas Besonderes passieren würde. Durch die verschiedenen Partner, die Kommunikation und die Begeisterung rund um die Veranstaltung war offenbar ein Gefühl entstanden, das im Marketing unglaublich wertvoll ist:
Da passiert etwas. Da möchte ich dabei sein.
Damit hatte die Veranstaltung irgendwann eine Zielgruppe erreicht, die sich vorher kaum hätte definieren lassen: Menschen, die nicht wegen des eigentlichen Themas kamen, sondern wegen des Erlebnisses, das sie erwarteten.
Umsetzung
Am 28. März 2026 kam Wiebke Lühmann nach Lahr.
Der Saal war ausverkauft.
Darin saßen Menschen, die über den ADFC gekommen waren, über den Schwarzwaldverein, Fahrrad Schulze, den Seniorenbeirat, die Presse oder persönliche Empfehlungen.
Und darin saßen Menschen, die mit Fahrrädern ungefähr so viel anfangen konnten wie ich.
Gerade das fand ich bemerkenswert.
Denn irgendwann hatte sich die Veranstaltung von ihrem eigentlichen Thema gelöst. Es ging nicht mehr nur darum, wer sich für diesen Film interessieren müsste. Es war eine Dynamik entstanden, bei der Menschen wissen wollten, was bei uns an diesem Abend passiert.
Sie wollten dabei sein.
Für mich steckt darin eine der wichtigsten Erfahrungen aus diesem Projekt:
Zielgruppenarbeit bedeutet nicht nur, die Menschen zu finden, die ohnehin schon zum Thema passen. Ein gutes Projekt kann so viel Neugier und Begeisterung erzeugen, dass plötzlich auch Menschen kommen, die man auf dem Papier niemals zur Zielgruppe gezählt hätte.
Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Kinomarketing:
Wenn Menschen nicht mehr fragen, ob ein Film etwas für sie ist – sondern ob sie es sich leisten können, diesen Abend zu verpassen.
Minions & Monsters – Plan B wird zum Familienfest

Idee
Die Idee zu „Minions & Monsters“ entstand ursprünglich aus einer Bewerbung.
Universal plante eine Walking-Character-Tour und ich wollte die Figuren zu uns nach Lahr holen. Dafür entwickelte ich ein Konzept für einen großen Familiensonntag rund um die Minions – mit Aktionen im Foyer, Kooperationspartnern und einem Rahmenprogramm, das den Kinobesuch schon vor dem Film zum Erlebnis machen sollte.
Am Ende entschied sich Universal allerdings für unser größeres Kino.
Damit waren die Walking Characters weg.
Die Idee aber nicht.
Das Konzept stand, ich hatte mich intensiv damit beschäftigt, was wir Familien an diesem Tag bieten könnten – und ich sah keinen Grund, all das wieder in der Schublade verschwinden zu lassen.
Also änderte sich die Frage: Wie schaffen wir auch ohne die Figuren einen Familiensonntag, für den es sich lohnt, im Jahrhundertsommer zu uns zu kommen?
Netzwerkpartner
Für meine Partner wollte ich nicht einfach irgendwelche lokalen Unternehmen ansprechen. Sie sollten zum Thema passen und selbst etwas zum Erlebnis beitragen können.
Mit der Eisdiele Crema Gelato Lahr und EDEKA Kohler Lahr war die Verbindung zu den Minions eigentlich unverkennbar: Bananas & Gelato.
Eis funktioniert bei einem Familienfest ohnehin – bei Temperaturen von über 40 Grad erst recht. Und EDEKA Kohler kannte ich für seine familienorientierte Kommunikation und Aktionen. So entstanden zwei Kooperationen, die nicht nur Reichweite mitbrachten, sondern sich ganz selbstverständlich in die Welt der Minions einfügten.
Und während die Planungen liefen, passierte etwas, das ich bei Projekten besonders schön finde: Die Idee begann, weitere Menschen anzuziehen.
Andere Geschäftsleute wurden auf unseren Familiensonntag aufmerksam und wollten selbst Teil davon werden. So meldete sich IZSO NatureArt, ein Geschäft rund um Biotope und kleine Naturwelten, bei mir und fragte, ob sie sich ebenfalls beteiligen dürften.
Natürlich durften sie.
Konzeptentwicklung
Aus meiner ursprünglichen Bewerbung für die Walking-Character-Tour entwickelte sich damit Stück für Stück ein immer größerer Familiensonntag.
Das Foyer sollte sich verändern. Nicht einfach Filmplakate und Popcorntheke – sondern überall etwas zu entdecken und zu tun.
Crema Gelato brachte einen mobilen Eisstand ins Kino. EDEKA Kohler gestaltete einen Bananenstand. Denn was wäre ein Minions-Tag ohne Bananas & Gelato?
Dazu kamen ein Glücksrad mit Film-Merchandising sowie ein Mal- und Basteltisch im Minions-Look.
Durch IZSO NatureArt entstand schließlich noch eine ganz andere kleine Welt in unserem Foyer: In einer Ecke wurden Minions in kleinen Biotopen ausgestellt. Dazu konnten die Kinder in einem kleinen Workshop erleben, wie solche Biotope entstehen und wie man sie selbst gestaltet.
Damit bekam das Projekt plötzlich eine Facette, die ich selbst ursprünglich gar nicht geplant hatte.
Und genau das gehört für mich zur Projektentwicklung: Eine Idee voranzutreiben, ohne sie so festzuhalten, dass für die Ideen anderer kein Platz mehr bleibt.
Partner & Kontakte
Das Netzwerk wuchs auf unterschiedlichen Wegen.
Einige Partner hatte ich gezielt angesprochen, weil ich in ihnen eine Verbindung zum Konzept sah. Andere kamen während der Planung von selbst auf mich zu, weil sie von der Veranstaltung erfahren hatten und sich beteiligen wollten.
Auch die Filmbranche wurde Teil dieses Netzwerks. Auf meine Anfrage stellte mir Universal Merchandisingartikel zur Verfügung, die ich für unser Gewinnspiel einsetzen konnte.
Über unseren Disponenten fragte ich zusätzlich bei anderen Filmverleihern an und erhielt weiteres Film-Merchandising für unser Glücksrad.
So brachte jeder etwas anderes mit: Produkte, Ideen, Reichweite, Gewinne oder eine eigene Aktion.
Und aus meinem ursprünglichen Konzept wurde immer mehr ein gemeinsames Projekt.
Zielgruppen
Die Zielgruppe war diesmal eindeutig: Familien.
Aber „Familien“ auf ein Plakat zu schreiben, reicht nicht, um sie zu erreichen.
Deshalb war mir wichtig, dorthin zu gehen, wo Eltern und Kinder ohnehin unterwegs sind, und Partner einzubeziehen, die bereits einen Zugang zu ihnen haben.
EDEKA Kohler konnte Familien direkt beim Einkaufen erreichen. Auch der Müller Drogeriemarkt unterstützte mich und erlaubte mir, dort Veranstaltungsplakate aufzuhängen.
Crema Gelato wiederum warb nicht nur vor Ort in der Eisdiele, sondern eröffnete einen anderen Zugang – insbesondere über unsere gemeinsame Kommunikation in den sozialen Medien.
So wurden unsere Partner gleichzeitig zu Multiplikatoren und halfen dabei, die Veranstaltung weit über unsere eigenen Kinokanäle hinauszutragen.
Organisation
Nun mussten aus den vielen Ideen einzelne Stationen und aus den einzelnen Stationen ein gemeinsames Erlebnis werden.
Eisstand, Bananenstand, Glücksrad, Mal- und Bastelbereich, Biotop-Ausstellung, Workshop, Gewinne und Merchandising mussten organisiert, vorbereitet und sinnvoll im Foyer zusammengebracht werden.
Gleichzeitig musste natürlich der normale Kinobetrieb weiter funktionieren.
Genau das ist für mich bei solchen Veranstaltungen wichtig: Das Rahmenprogramm darf am Ende nicht wie eine Ansammlung einzelner Aktionen wirken, die zufällig nebeneinanderstehen.
Aus vielen kleinen Bausteinen soll ein gemeinsames Erlebnis entstehen.
PR & Öffentlichkeitsarbeit
Bei diesem Projekt spielte Social Media eine besonders große Rolle.
Gemeinsam mit Crema Gelato produzierte ich Reels für Social Media und in den Wochen vor der Veranstaltung machten wir intensiv online auf den Familiensonntag aufmerksam.
Gleichzeitig nutzten unsere Partner ihre eigenen Möglichkeiten. EDEKA Kohler bewarb die Veranstaltung direkt in der Filiale und beim Müller Drogeriemarkt durfte ich unsere Veranstaltungsplakate platzieren.
Auch die beteiligten Partner selbst wurden damit Teil der Kommunikation.
So begegnete Familien unsere Veranstaltung nicht nur auf den Kanälen des Kinos. Sie konnten beim Einkaufen, unterwegs in der Stadt oder beim Scrollen durch Social Media darauf aufmerksam werden.
Umsetzung
Dann kam der Veranstaltungstag.
Draußen lagen die Temperaturen bei über 40 Grad. Die Stadt wirkte wie ausgestorben.
Und bei uns?
Bei uns herrschte Jahrmarktstimmung.
Im Foyer wurde Eis ausgegeben, am Glücksrad gedreht, gemalt und gebastelt. Am EDEKA-Stand warteten die Bananen und ein paar Meter weiter standen kleine Minions mitten in ihren eigenen Biotopen, während Kinder erleben konnten, wie man solche kleinen Welten selbst baut.
Überall passierte etwas.
Die Walking Characters, für die das ursprüngliche Konzept einmal entstanden war, waren nicht da.
Und trotzdem funktionierte der Tag.
Vielleicht war genau das die wichtigste Erfahrung dieses Projekts für mich:
Eine gute Idee verliert nicht ihren Wert, nur weil der ursprüngliche Plan nicht funktioniert. Manchmal muss man sie einfach neu denken.
Universal hatte sich für ein anderes Kino entschieden.
Ich hatte mich dafür entschieden, trotzdem weiterzumachen 💪
Modehaus Zinser – Eine Kooperation, die bleibt

Idee
Nicht jedes Projekt muss groß sein. Manche Kooperationen sind klein, unkompliziert – und gerade deshalb besonders schön.
Die Zusammenarbeit mit dem Modehaus Zinser begann nicht mit einer Idee von mir. Diesmal kam Zinser auf mich zu.
Im Modehaus gab es eine Ecke, für die noch die richtige Nutzung fehlte. Gemütlich sollte sie werden, eine kleine Chill-Ecke zum Verweilen.
Und wo ist es schließlich richtig gemütlich?
Im Kino.
Zinser fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, dort eine kleine Kino-Ecke zu gestalten. Gleichzeitig entstand die Frage, ob wir nicht grundsätzlich mehr miteinander machen könnten.
Die Verbindung lag eigentlich schon vor uns.
Schnell stellten wir fest, dass wir bereits zwei Veranstaltungsformate hatten, die hervorragend zueinanderpassten.
Zinser veranstaltet zweimal im Jahr eine Ladies Night im Modehaus. Bei uns im Kino gibt es einmal im Monat die Sprizz Preview – einen Kinoabend mit Preview und einem spritzigen Getränk, dessen Filmauswahl sich vor allem an ein weibliches Publikum richtet.
Zwei Unternehmen. Zwei unterschiedliche Welten.
Aber eine sehr ähnliche Zielgruppe.
Also beschlossen wir, sie miteinander zu verbinden.
Konzeptentwicklung
Der Grundgedanke unserer Kooperation ist bis heute ziemlich einfach:
Wir bringen ein bisschen Kino ins Modehaus – und Zinser bringt ein bisschen Mode ins Kino.
Ich gestaltete im Modehaus eine eigene Kino-Ecke und machte unser Kino damit an einem Ort sichtbar, an dem Menschen normalerweise nicht mit uns rechnen.
Bei der Ladies Night von Zinser beteiligen wir uns mit Popcorn und Gewinnspielen und werden so selbst Teil der Veranstaltung.
Im Gegenzug zieht bei ausgewählten Sprizz Previews ein Stück Modehaus bei uns ein: Zinser gestaltet passend zum jeweiligen Film Schaufensterpuppen mit ausgewählten Outfits, die bei uns im Kino präsentiert werden und gibt 5€ Shopping-Gutscheine aus.
So muss nicht jedes Mal ein komplett neues Veranstaltungskonzept entstehen. Wir greifen auf das zurück, was beide Seiten ohnehin gut können, und ergänzen uns gegenseitig. Ein klassisches Beispiel für Cross-Promotion.
Partner & Kontakte
Bei dieser Zusammenarbeit braucht es kein großes Netzwerk aus zahlreichen Beteiligten.
Es sind im Wesentlichen zwei lokale Partner, die regelmäßig miteinander arbeiten.
Gerade das macht diese Kooperation für mich besonders: Nach der ersten gemeinsamen Aktion war das Projekt nicht beendet. Aus dem Kontakt ist eine dauerhafte Zusammenarbeit und Freundschaft entstanden.
Ideen können unkompliziert besprochen werden, beide Seiten kennen inzwischen die Möglichkeiten des anderen und bei passenden Filmen oder Veranstaltungen lässt sich die Verbindung immer wieder neu aufgreifen und das auch ganz spontan.
Zielgruppen
Die gemeinsame Zielgruppe war von Anfang an offensichtlich.
Menschen, die die Ladies Night im Modehaus besuchen, können auch potenzielle Gäste unserer Sprizz Preview sein. Und unsere Kinogäste wiederum treffen bei uns auf Zinser.
Damit begegnen beide Marken ihrer Zielgruppe außerhalb der eigenen Räume.
Für mich ist genau das der Reiz lokaler Kooperationen: Man muss eine Zielgruppe nicht immer komplett neu erschließen. Manchmal gibt es direkt nebenan jemanden, der bereits mit genau diesen Menschen in Kontakt steht.
Organisation
Im Vergleich zu meinen größeren Projekten ist der organisatorische Aufwand überschaubar.
Für die Ladies Nights stimmen wir unsere Beteiligung ab, bereiten Popcorn und Gewinnspiele vor und bringen Kinoatmosphäre ins Modehaus.
Bei passenden Sprizz Previews übernimmt Zinser wiederum die Auswahl und Gestaltung der Outfits für die Schaufensterpuppen, die anschließend Teil unserer Präsentation im Kino werden.
Klein, aber fein.
Und vor allem wiederholbar.
PR & Öffentlichkeitsarbeit
Auch kommunikativ profitieren beide Seiten voneinander.
Gemeinsame Aktionen können sowohl über die Kanäle des Kinos als auch über die Möglichkeiten des Modehauses sichtbar gemacht werden. Damit erreichen wir Menschen nicht nur dort, wo sie ohnehin mit Kino rechnen, sondern auch in einem völlig anderen Umfeld.
Die Kooperation selbst wird dabei zur Botschaft: Lokale Unternehmen können sich gegenseitig sichtbar machen, ohne miteinander im Wettbewerb zu stehen.
Umsetzung
Aus einer ungenutzten Ecke im Modehaus ist inzwischen eine regelmäßige Zusammenarbeit geworden.
Mal steht unser Popcorn bei Zinser.
Mal stehen die Schaufensterpuppen von Zinser bei uns.
Und genau deshalb gehört diese Kooperation für mich auf diese Seite, obwohl sie viel kleiner ist als manche meiner anderen Projekte.
Sie zeigt eine andere Form von Projektarbeit und lokalem Marketing: Nicht immer muss aus einer Idee ein einmaliges großes Event entstehen. Manchmal ist das schönste Ergebnis eine Verbindung, die bleibt.








130 Jahre Kino – Eine Branche feiert ihre Geschichte

Idee
2025 wurde das Kino 130 Jahre alt.
1895 gilt als eines der entscheidenden Geburtsjahre des Kinos: Die ersten öffentlichen Filmvorführungen vor zahlendem Publikum legten den Grundstein für etwas, das Generationen von Menschen prägen sollte – das gemeinsame Erleben bewegter Bilder.
Der HDF nahm das Jubiläum 2025 zum Anlass für die Kampagne „130 Jahre Kino“.
Eigentlich der perfekte Moment für mich.
Ich sehe mich selbst berufsbedingt als Kinobotschafter und hätte dieses Jubiläum gerne genutzt, um auch bei uns einen Abend zu gestalten, an dem wir nicht einen einzelnen neuen Film feiern, sondern das Kino selbst.
Nur manchmal passen Idee und Realität nicht zusammen.
2025 war ein sehr volles Jahr, privat wie beruflich.
Die Idee ist deshalb nicht verschwunden.
Das Jubiläumsjahr ist vorbei. Die Geschichte des Kinos zum Glück nicht.
Konzeptentwicklung
Im Mittelpunkt meiner bisherigen Überlegungen steht „Die Gebrüder Skladanowsky“ von Wim Wenders.
Damit möchte ich zurück zu den Anfängen des Kinos gehen und gleichzeitig einen Bogen in die Gegenwart schlagen.
Denn mich beschäftigt nicht nur die Frage, wie Kino entstanden ist, sondern auch, warum wir diese Geschichte heute noch erzählen können.
Damit führt das Projekt automatisch zu einem Thema, das mir durch meine Weiterbildung zum Filmtheatermanager noch einmal sehr bewusst geworden ist: unser Filmerbe.
Filme sind nicht einfach alte Unterhaltungsprodukte. Sie dokumentieren ihre Zeit. In ihnen bleiben Menschen, gesellschaftliche Vorstellungen, Mode, Sprache, Architektur, politische Entwicklungen und technische Innovationen sichtbar.
Filmgeschichte ist ein Teil unserer Kulturgeschichte.
Filmerbe
Dass wir Filme aus vergangenen Jahrzehnten heute noch sehen können, ist keine Selbstverständlichkeit.
Archive, Kinematheken, Stiftungen und Filminstitutionen sammeln, sichern, restaurieren und digitalisieren historische Werke. Sie sorgen dafür, dass unser audiovisuelles Erbe nicht verloren geht und auch kommenden Generationen zugänglich bleibt.
Und ich finde, an einem Punkt sollten wir Kinomacher dabei wieder übernehmen:
Wir müssen es zeigen.
Ein Film kann perfekt restauriert und für die Zukunft erhalten werden. Aber Filmgeschichte wird noch einmal auf eine ganz andere Art lebendig, wenn Menschen gemeinsam in einem Kinosaal sitzen und sie wieder auf der großen Leinwand erleben.
Netzwerk & Partner
Dieses Projekt möchte ich bewusst nicht nur für unser Stammpublikum oder für Menschen aus Lahr entwickeln.
Der Zeitraum im November bietet dafür eine besondere Gelegenheit: Während der Chrysanthema kommen zahlreiche Gäste von außerhalb in die Stadt.
Deshalb könnte ich mir eine Kooperation mit dem Stadtmarketing sehr gut vorstellen. Das Projekt müsste frühzeitig geplant werden, damit der Kinoabend bereits in die Kommunikation und das Programm rund um die Chrysanthema aufgenommen werden kann.
Darüber hinaus würde ich gerne prüfen, welche Institutionen aus den Bereichen Filmerbe, Filmgeschichte und Kinokultur sich inhaltlich beteiligen könnten.
In Frage kommen:
- Die DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
- Der Kinematheksverbund
- Das FFE – Förderprogramm Filmerbe
- Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
- Die DEFA-Stiftung
Denn auch hier gilt: Die erste Idee steht.
Wie groß sie wird, entscheidet sich meistens erst mit den Menschen, die dazukommen.
Zielgruppen
Diesmal möchte ich bewusst über die Stadtgrenzen hinausdenken.
Die Chrysanthema bringt bereits Menschen nach Lahr. Warum ihnen nicht einen weiteren Grund geben, während ihres Besuchs ins Kino zu gehen?
Gleichzeitig möchte ich Menschen erreichen, die sich für Geschichte, Kultur und Film interessieren – ebenso wie ein jüngeres Publikum, für das die Anfänge des Kinos weit entfernt erscheinen.
Denn letztlich erzählt dieses Projekt keine Geschichte nur für Filmhistoriker.
Es erzählt die Geschichte eines Mediums und eines Ortes, der seit mehr als einem Jahrhundert immer wieder totgesagt wurde – und trotzdem noch da ist.
Was daraus werden könnte
Ein historischer Film auf der großen Leinwand. Ein Gespräch über die Geburt des Kinos. Über Filmerbe und die Menschen und Institutionen, die dafür sorgen, dass unsere Filmgeschichte erhalten bleibt. Und vielleicht Partner, an die ich heute noch gar nicht denke.
2025 wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen.
Ich hatte nur keine Zeit dafür.
Also feiere ich 130 Jahre Kino vielleicht einfach ein bisschen später.
Denn für Kinogeschichte gibt es schließlich kein Verfallsdatum.
Expedition Depression – Eine Idee, die noch auf ihre Zeit wartet
Idee
Manche Projekte entstehen aus einem Film. Andere aus einem Thema, bei dem ich irgendwann denke: Darüber sollten wir reden.
So ist es bei „Expedition Depression“.
Der Dokumentarfilm begleitet fünf junge Erwachsene mit Depression auf einer Reise durch Deutschland. Für mich steckt darin die Möglichkeit, ein Thema ins Kino zu holen, das viele Menschen betrifft und trotzdem noch immer nicht leicht anzusprechen ist.
Dabei möchte ich den Film nicht einfach ins Programm nehmen und hoffen, dass die richtigen Menschen ihn finden.
Ich möchte einen Abend daraus machen.
Konzeptentwicklung
Meine Vorstellung ist, den Film mit Begegnung, Information und Gespräch zu verbinden.
Im Foyer könnten sich regionale Beratungsstellen, Initiativen und Einrichtungen vorstellen und niedrigschwellig zeigen, welche Hilfs- und Unterstützungsangebote es vor Ort gibt.
Nach dem Film soll Raum für ein moderiertes Gespräch entstehen – mit Menschen, die unterschiedliche Perspektiven auf das Thema mitbringen: Fachwissen, Beratung, vielleicht aber auch persönliche Erfahrung.
Dabei soll es nicht um einen medizinischen Fachabend gehen.
Es soll ein Kinoabend sein, der ein schwieriges Thema zugänglich macht und Menschen miteinander ins Gespräch bringt.
Netzwerk & Partner
Welche Partner am Ende dazugehören, steht noch nicht fest.
Und genau deshalb ist dieses Projekt bisher auch noch eine Idee.
Ich würde wieder so beginnen, wie ich viele meiner Projekte beginne: mit dem ersten richtigen Menschen.
Von dort darf das Netzwerk wachsen. Beratungsstellen, soziale Einrichtungen, Fachleute, Betroffene, Angehörige oder Initiativen könnten jeweils etwas anderes zu diesem Abend beitragen.
Welche Richtung das Projekt schließlich nimmt, möchte ich bewusst nicht vollständig vorgeben. Denn meine Erfahrung zeigt: Oft entstehen die besten Bestandteile eines Projekts erst dann, wenn andere Menschen ihre Perspektiven und Ideen mitbringen.
Zielgruppen
Auch hier würde ich die Zielgruppe bewusst weiter denken.
Der Abend richtet sich nicht ausschließlich an Menschen, die selbst von Depression betroffen sind.
Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde, junge Menschen, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Menschen, die bisher kaum Berührung mit dem Thema hatten, könnten angesprochen werden.
Denn Aufklärung funktioniert für mich nicht nur dort, wo ein Thema ohnehin schon präsent ist.
Sie wird besonders wertvoll, wenn sie Menschen erreicht, die vorher vielleicht noch keinen Zugang dazu hatten.
Was daraus werden könnte
Film. Begegnung. Information. Gespräch.
Vielleicht eine begleitende Spendenaktion mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe & Suizidprävention. Vielleicht entstehen durch die ersten Gespräche noch ganz andere Ideen, an die ich heute überhaupt nicht denke.
Genau deshalb möchte ich dieses Projekt noch nicht fertig beschreiben.
„Expedition Depression“ ist bisher eine Idee.
Eine, die schon eine ganze Weile in meinem Kopf liegt und auf den richtigen Zeitpunkt, die richtigen Menschen – und ein bisschen freie Zeit wartet.
Denn manchmal beginnt Projektentwicklung lange vor der eigentlichen Veranstaltung.
Manche Ideen brauchen einfach etwas länger, bis sie ihren Weg auf die Leinwand finden.






